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10 Jahre Abschied der Bundeswehr aus Sigmaringen

Vor 10 Jahren, am 5. Juni 2014, verabschiedete sich die Bundeswehr mit einem öffentlichen Appell und einem Großen Zapfenstreich aus ihrem Standort Sigmaringen, in dem sie seit 1956 in wechselnder Stärke präsent gewesen war. Es war der erste Abschied von Streitkräften aus Sigmaringen in dieser feierlichen Form. 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erstmals war Sigmaringen von 1806 bis 1850 Militärstandort gewesen. Von 1806 an waren in Gorheim Soldaten des hohenzollerischen Rheinbund-Kontingents stationiert, ab 1815 dann die 356 Mann des Kontingents von Hohenzollern-Sigmaringen zum Heer des Deutschen Bundes, die zusammen mit den 145 Mann von Hohenzollern-Hechingen und den 99 Soldaten des Fürstenthums Liechtenstein das 11. Bataillon der Reservedivision bildeten.

Mit dem Übergang der Souveränität an Preußen durch Staatsvertrag vom 7. Dezember 1849 übernahm Preußen auch die Militärverpflichtungen und die Garnison in Gorheim wurde 1850 sang- und klanglos aufgelöst.

 

Erst 60 Jahre später wurde Sigmaringen wieder Militärstandort. 1910 wurde die Unteroffiziervorschule aus Neu-Breisach im Elsaß nach Sigmaringen verlegt und in dem 1908 – 1910 dafür errichteten Gebäudekomplex in Gorheim untergebracht. Die Stadt begrüßte die neue Garnison Anfang September 1910 mit einem feierlichen Appell auf dem Marktplatz vor dem Rathaus.

 

 

 

Nur 10 Jahre später endete 1920 die Zeit Sigmaringens als Militärstandort als Folge des verlorenen Weltkriegs wiederum sang- und klanglos mit der Auflösung der Unteroffiziervorschule.

Die Gebäude wurden in der Folgezeit von verschiedenen staatlichen Einrichtungen genutzt.

 

1938 wurde Sigmaringen zum dritten Mal Garnison, die Wehrmacht errichtete in Gorheim erneut eine Unteroffiziervorschule. Im Verlauf des II. Weltkrieg kamen einige weitere kleine Dienststellen hinzu. 

Von Oktober 1944 bis April 1945 war Sigmaringen Sitz der Regierung des État français (Vichy-Regierung) unter Marschall Philippe Pétain und Ministerpräsident Pierre Laval, die ca. 1.200 französische Soldaten und Milizionäre in die Stadt mitbrachten.

Mit dem Einmarsch von Truppen der Provisorischen Regierung der französischen Republik am 22. April1945 endete faktisch zum dritten Mal Sigmaringens Zeit als Standort deutscher Soldaten.

 

Die Stadt blieb bis Ende 1957 Garnison der französischen Besatzungsmacht.

 

Bereits vorher waren formlos erste Dienststellen der Bundeswehr in Sigmaringen errichtet worden, als erstes eine Standortverwaltung im Zusammenhang mit dem Baubeginn der Kaserne „Am Ziegelholz“ am 2. Mai 1957. Nach und nach wuchs die Garnison personell auf. Nach Aufstellung der 10. Panzergrenadierdivision am 1. Oktober 1959 verlegte dann am 15. November 1961 die Panzergrenadierbrigade 29 von Pfullendorf in die Stadt und wurde von Bürgermeister. Stadtrat und Bürgerschaft bei einem Vorbeimarsch mit Fahrzeugen auf dem Marktplatz vor dem Rathaus feierlich begrüßt. 
 

 

 

Vom 1. April 1994 bis zum 30. Juni 2001 war Sigmaringen dann durch die Zusammenlegung des Stabes der 10. Panzerdivision mit dem Wehrbereichskommando V aus Stuttgart sozusagen „Militärische Hauptstadt“ ganz Baden-Württembergs.

 

Am 26. Oktober 2011 gab Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere bekannt, daß im Zuge der weiteren Reduzierung der deutschen Streitkräfte Der Stab der 10. Panzerdivision nach Veitshöchheim in Unterfranken verlegt, die Graf Stauffenberg-Kaserne geschlossen und damit der Standort Sigmaringen insgesamt aufgelöst werden sollte.

 

Nach dem Verabschiedungsappell am 5. Juni 2014 wurde die Graf Stauffenberg-Kaserne bis Ende 2014 komplett geräumt.

Sigmaringen ist damit zum vierten Mal in seiner Geschichte ohne ständige Militärpräsenz.

 

Teile der aufgelassenen Kaserne werden seitdem dauerhaft zivil genutzt. 

In einem anderen Teil betreibt das Land Baden-Württemberg seit Ende 2015 eine seiner Erstaufnahmestellen für Flüchtlinge. Wie lange diese Nutzung noch andauern wird, ist offen.

Weitere Porträts von Gustav Bregenzer im Heimatmuseum

 

Am 24. Februar 2023 kehrten drei weitere Bilder des Malers Gustav Bregenzer in dessen Heimat Sigmaringen zurück.

 

Georg Rothöler aus Landau und seine Schwester Ursel von der Heydt aus Alzey, beide in Sigmaringen geboren, übergaben die Bilder von drei ihrer Vorfahren an den Heimatverein.

 

 

 

 

 

 

Ursel von der Heydt, Georg Rothöler und August Danegger mit dem Bregenzer-Porträt Mathilde Henselmanns bei der Übergabe

 

Es handelt sich um Porträts des Ehepaars Albin und Mathilde Henselmann und ein Porträt von Albin Henselmanns Vater Ludwig Henselmann. Letzteres hat Gustav Bregenzer nachweislich eines Vermerks auf dem Revers 1896 gemalt. Die Gemälde waren bis zur Übergabe an den Heimatverein durchgängig im Familienbesitz

 

Die Henselmanns sind direkte Vorfahren der Geschwister Rothöler. Beide betonten, es sei der Wunsch ihres Vaters gewesen, daß die Bilder in die Heimat der Familie nach Sigmaringen zurückkehren. Daher hätten sie sich entschlossen, diese Familienporträts an Heimatverein und Heimatmuseum Sigmaringen zu übergeben.

 

Es ist geplant, die Bilder in die Dauerausstellung im 2. Obergeschoß des Heimatmuseums zu integrieren. Da die Provenienz und die Viten der Porträtierten bekannt sind, wird das eine Bereicherung sowohl der Sammlung von Gemälden Gustav Bregenzers als auch der Geschichte des Bürgertums in Sigmaringen im ausgehenden 19. Jahrhundert sein.

III. Aktuelles Übergabe Bregenzer-Bild.JPG
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